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Mehrheit der Alternative Asset Manager nicht auf AIFMD vorbereitet

16.07.2014 | Alceda

  • Weltweite Studie offenbart unterschiedliche Reaktionen auf nahenden Umsetzungstermin
  • Bedenken vor Depotbankkosten und neuen Vergütungsregeln
  • Chancen durch neue Vertriebsmöglichkeiten

Knapp eine Woche vor Einreichungsschluss haben rund die Hälfte der Alternative Investment Manager noch keinen Zulassungsantrag gemäß der Europäischen Richtlinie für Alternative Investment Fondsmanager („AIFMD“) gestellt.1 Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Ende Juni 2014 im Auftrag von Alceda gemeinsam mit dem in London ansässigen Research-Haus Kepler Partners durchgeführt wurde. An der Studie beteiligten sich 56 Alternative Fondsmanager aus Europa, Asien-Pazifik und den USA, die ein Investmentvolumen von insgesamt 300 Milliarden US-Dollar verwalten.2

Die Richtlinie formuliert grundlegende regulatorische Anforderungen an die Fondsbranche in der EU. Die Zulassung unter AIFMD verlangt, dass sich Fondsmanager – auch von Hedgefonds und Private Equity-Unternehmen – der EU-Finanzmarktaufsicht und den neuen Regeln unterwerfen, die unter anderem höhere Anforderungen an die Due Diligence, eine bessere Risiko- und Liquiditätskontrolle, neue Berichts- und Auskunftspflichten sowie klarere Marketing- und Kommunikationsregeln beinhalten.

Die Frage, ob sie bereits AIFMD-konform sind, konnten nur 32 Prozent bejahen. Weitere 19 Prozent gaben an, ihren Zulassungsantrag bis zum Anmeldeschluss am 22. Juli einreichen zu wollen. 13 Prozent der Fondsmanager haben sich noch nicht entschieden. Während europäische Alternative Investment Manager laut der Umfrage bereits weitgehend auf AIFMD vorbereitet sind, scheinen sich Manager außerhalb Europas kaum auf das neue Regelwerk eingestellt zu haben. So erklärten etwa 17 Prozent der Befragten, dass sie an dem UCITS-Format festhalten wollen. Dieses wurde zwar ursprünglich für Publikumsfonds geschaffen, wird jedoch inzwischen auch von institutionellen Investoren genutzt.

Acht Prozent der Befragten erwägen, sich unabhängiger Dienstleister zu bedienen, und vier Prozent der Fondsmanager wollen ihre Produkte ausschließlich im Wege der Privatplatzierung vertreiben. Allerdings kann diese Möglichkeit in der derzeitigen Form nur noch bis 2018 genutzt werden. Lediglich vier der befragten Unternehmen werden ihre Produkte nicht innerhalb der EU anbieten.

Befragt nach den größten Bedrohungen, die aus der AIFMD für das Fondsgeschäft resultieren, nannten 30 Prozent die Depotbankkosten, neue Vergütungsregeln und das Ende der Privatplatzierungen. Allerdings glauben mehr als 40 Prozent der Befragten, dass eine EU-weite Vertriebszulassung unter AIFMD für sie vorteilhaft ist und das Vertrauen der Anleger gestärkt wird. Ebenfalls positiv bewertet werden die Chancen einer Erweiterung der Produktpalette und der Vertriebsmöglichkeiten. Darüber hinaus wird erwartet, dass unter der AIFMD der Trend zu Redomizilierung von Fonds neuen Aufschwung gewinnt.

Michael Sanders, CEO und Vorsitzender des Verwaltungsrates von Alceda Fund Management S.A., erklärt dazu: „Die Branche der Alternative Asset Manager steht am Scheideweg. Eine Kombination aus strenger Regulierung, Kostendruck, Konsolidierung und Globalisierung zwingt viele Marktteilnehmer, ihre Geschäfts- und Betriebsmodelle genauer unter die Lupe zu nehmen. Aus der Umfrage geht eindeutig hervor, dass es noch große Unsicherheiten hinsichtlich der Änderungen unter der AIFMD gibt. Wir denken, dass in Zukunft diejenigen Fondsmanager zu den Gewinnern zählen, die sich frühzeitig auf die EU-Regulierung einstellen, sei es unter UCITS oder AIFMD.“

Georg Reutter, Kepler Partners LLP, ergänzt: „Die Umfrage zeigt deutlich, dass das allgemeine Verständnis hinsichtlich der AIFMD und ihrer Folgen für Alternative Asset Manager gering ist. 41 Prozent der Umfrageteilnehmer erklärten, nur über mangelnde Kenntnisse in dieser Frage zu verfügen. Vor allem Fondsmanager außerhalb Europas wissen wenig über die neuen Regeln, obwohl sie Einfluss auf ihr Geschäft haben werden. Ermutigend ist aber, dass die Mehrheit der Manager davon ausgeht, dass sich die AIFMD weder auf die Strategie der Fonds noch negativ auf das weitere Wachstum der Alternative UCITS Funds auswirken wird. Investmentmanager sind besorgt über die Auswirkungen auf die Vergütungen und Privatplatzierungen, die mit der AIFMD einhergehen. Dennoch sollte es aus Sicht des Investors eine gute Nachricht sein, die das Vertrauen stärken wird.

1. Alle 28 EU-Staaten haben die AIFMD umzusetzen, aber nationale Aufsichtsbehörden können entscheiden, wie dies geschieht. In vielen Fällen haben zahlreiche Manager von Alternative Investment Funds (AIFs) abgewartet, wie die nationalen Aufsichtsbehörden das Regelwerk implementierten. Luxemburg, London and Dublin werden als die wichtigsten Standorte für die Registrierung angesehen. Ist der Fondsmanager einmal von einer nationalen Aufsichtsbehörde autorisiert, kann er sein Produkt in allen anderen Mitgliedsstaaten vermarkten.

2. Kepler Partners führte die Online-Umfrage unter 56 Alternative Asset Managern zwischen dem 23. Mai und dem 30. Juni 2014 durch. Der vollständige Report ist online unter www.alceda.lu abrufbar. Weitere Informationen finden Sie zudem unter www.absolutehedge.com

Über Alceda

Seit 2007 bietet die Aquila Gruppe mit Alceda unabhängige Beratungs- und Strukturierungskompetenz für traditionelle und alternative Investmentstrategien. Das Leistungsspektrum von Alceda umfasst bedarfsgerechte Beratungs-, Finanzierungs- und Beteiligungslösungen im Bereich der Real Asset-Investitionen sowie die Konzeption von Investmentlösungen für klassische Anlagestrategien über komplexe Strategien aus dem Alternative Investment-Bereich bis hin zur Redomizilierung von Fonds. Alceda verfügt über eine Lizenz als Alternative Investment Fund Manager (AIFM) in Luxemburg und Deutschland sowie als Verwaltungsgesellschaft für UCITS in Luxemburg.

Alceda ist Teil der eigentümergeführten Aquila Gruppe. Diese beschäftigt weltweit mehr als 200 Mitarbeiter an acht Standorten in Europa, Asien und Ozeanien und verwaltet für einen internationalen Investorenkreis ein Vermögen von rund 7,1 Mrd. EUR (Stand: Dezember 2015).

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